Tagesimpuls 20.09.2019

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„Keuchend und mit letzter Kraft erreiche die eine so lang ersehnte Spitze des kalten Berges in der weiten Ferne, am anderen Ende der Welt.
Erschöpft und glücklich lasse ich mich in den nassen Schnee fallen, der sich sogleich meines erhitzten und abgekämpften Körpers annimmt.
Diese herrliche Kühle, diese Reinheit in den Kristallen des weißen Goldes, dass sich auf meiner Haut in einen schimmernden Bach verwandelt.
Während des langen und beschwerlichen Weges vergangener Zeiten ließ ich Schritt für Schritt die aufgedrückten und zugesteckten Steine meines Rucksacks zurück. Sie waren nie die Meinen, doch hatte ich sie mir in gewohnter Manier zu eigen gemacht. Und nun? Nun trage ich nichts mehr, von Niemandem und für Niemanden.
Ohne das Loslassen der Fremdanteile, ohne das Verabschieden der Bereitschaft alles auf mich zu nehmen und mich dabei zu verlieren, wäre ich niemals an diese eine ersehnte Spitze angekommen. Ich wäre unterwegs von den Lasten der anderen erdrückt wurden.
So schaue ich fasziniert in die Weite, atme das Leben mit all seinen berauschenden Schätzen und lieblichen Klängen der Leichtigkeit ein. Was für ein Segen, was für eine Gnade endlich Sehend, Hörend, Fühlend vollkommen bei mir zu sein.“

Diesen Text schrieb ich letztes Jahr im Sommer, nachdem ich einen intensiven Reinigungsprozess durchlaufen habe. Damals dachte ich, das wäre es jetzt..nun habe ich alle Tiefen und Höhen durchlebt und bin endlich am Ziel, am Ende der langen und beschwerlichen Reise der Transformation. Heute weiss ich, dass es im letzten Jahr lediglich ein Baustein ( einer der heftigsten und größten, die ich bisher erleben durfte) war. Die Reinigung, Transformation, Heilung..wie auch immer man diesen Prozess bezeichnen mag, geht weiter…nur viel sanfter und leichter. Ich bekomme nach wie vor noch in Wellen meine gesamten Themen und Egostrukturen aufgezeigt. Wie lange das noch so gehen wird? Ich weiss es nicht, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es einfach ein lebenslanger Prozess ist. Mein wichtiger und hilfreicher Anker in Zeiten der Reinigung ist mein Vertrauen ins Leben und die Liebe zu mir selbst, die mich sanft durch die momentanen Wellen tragen. Ändern kann und will ich nichts mehr an dem, was mir das Leben jetzt bringt. Ich möchte von ganzem Herzen nur noch mitfließen und trotz Herausforderungen mein Leben und mein Sein genießen…das macht es mir leichter und holt die in mir wohnende Lebensfreude mit einem breiten Grinsen hoch. Die inneren Widerstände sind noch da…nur sehe und erkenne ich sie. So haben sie kaum noch Macht und Kraft, mich in alte Gefilde ziehen zu können. Im Prinzip ist das der einzige Unterschied vom damaligen Erleben im Sommer zu dem Jetzt: Die erkannten Widerstände, das gewonnene Vertraue  ins Leben und die bewusste Hingabe an den jetzigen Moment – Für mich sind das die Schlüssel zu einer sanften Transformation.

 

Bildquelle: pixabay.com
Text: Yvonne Fitzner

P.S.: Meine Impulse dürfen gerne mit Hinweis auf Website und Urheber bitte vollständig und ungekürzt geteilt und weitergeleitet werden.

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