Tagesimpuls 18.09.2019

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„ So wie du dich verhältst, wird das nie etwas!“, „ Meine Güte bist du blöd!“, „ Heule nicht, du Jammerlappen…“…solche oder ähnliche Sätze mussten viele als Kinder ertragen und auch weiterhin hört man jene Aussagen in vielen Wohnzimmern, Klassenzimmern oder auf dem Spielplatz. Es grenzt an seelischer Grausamkeit und lässt jedes Mal meinen Atem stocken, wenn ich Zeuge eines solchen Erlebnisses werde.
Was passiert mit einem kleinen Menschen, der unter diesen Umständen in diese Welt hineinlebt?
Er wird konditioniert und geprägt, insbesondere von seinem näheren Umfeld. Ein Kind nimmt jegliche Aussagen über sich, Vorlebungen der Eltern und Umwelt vollständig und kritiklos als absolute Wahrheit auf.
Es speichert all diese Erlebnisse und Erwartungshaltungen in seinen Zellen ab und wird ganz unbewusst zu dem Menschen, der niemals weint, zu dem Wesen, das sich in Mathe zu blöd anstellt, oder es erreicht nie das, was es sich von Herzen wünscht. Manche – die Rebellen – gehen genau ins Gegenteil, sie wählen die Handlungsfähigkeit in Form von Kampf. Das sind dann die unbequemen, lauten und unangepassten Kinder, die schwarzen Schafe. Diese tragen die Wunden zwar auch in sich, jedoch kann die Destruktion nicht so in die Tiefe gehen, wie bei den angepassten und artigen Kindern, da sie in ihrer Handlung sind und die Überstülpungen sichtbar nach außen abgeben. Ein angepasstes Kind behält die vollständige Destruktion bei sich und so richten sie auch die Zerstörung gegen sich selbst.
Schau dich mal um…wieviele „ artige und angepasste“ Erwachsene siehst du nur in deinem Umfeld in sich zerrissen und nach Belohnung erhaschend rastlos umherlaufen? Erwachsene Menschen, die dieses innere verletzte Kind in sich tragen…mit genau oben genannten Wunden? Und genau jene sind es meistens auch, die im nicht aufgearbeiteten und ungeklärten Zustand exakt jene Konditionierung ihren Kindern unbewusst weitergeben, so wie es auch ihre Eltern taten.
Der Sozialpsychologe Robert Rosenthal hat dieses Phänomen der Erwartungserfüllung ( nichts anderes ist es, wenn Eltern oder andere Mitmenschen unwissend diese Aussagen über und vor ihren Kindern tätigen) in einem Versuch ( Rosenthal Effekt) empirisch belegen können : „ Man wird, wie man gesehen wird.“
Wir leben in einer Zeit, die alles Unterdrückte, Ungelöste, Ungeklärte und Versteckte endlich sichtbar macht. Es ist eine grandiose, aber auch anstrengende Zeitqualität, die in sich soviel Heilung bereithält.
Und wenn du dich hier in diesem Artikel wiederfindest, wenn du selber Kinder hast, so nimm diesen Text als liebevolle Aufforderung, dich mit deiner eigenen Klärung deiner Kindheitswunden zu befassen. Erlöse dich, befreie dich von den Dämonen vergangener Zeiten, damit du endlich frei wirst und deinen Weg gehen kannst…mit deiner Befreiung, deiner Klärung machst du automatisch auch den Weg deines Kindes frei..fang bei dir an! Nur bei dir …dein Kind ist genau richtig, wie es jetzt ist…und DU BIST ES AUCH!

Wenn wir in unsere wahre Größe und Stärke kommen, wenn wir es schaffen die Liebe zu verkörpern, können es unsere Kinder auch! Sie müssen uns nicht mehr unsere eigene Destruktion spiegeln. Was für ein Segen, was für eine glorreiche Zukunft erschaffen wir uns, wenn wir endlich den Weg der Heilung in uns selbst beschreiten.

 

Bildquelle: pexels.com
Text: Yvonne Fitzner

P.S.: Meine Impulse dürfen gerne mit Hinweis auf Website und Urheber bitte vollständig und ungekürzt geteilt und weitergeleitet werden.

2 Kommentare zu „Tagesimpuls 18.09.2019

  1. Hallo. Ich erkenne mich in deinem Artikel wieder. Ich war ein braves Kind. Die Fehler meiner Eltern habe ich erkannt. Bei meinem Sohn (8)versuche ich es besser zu machen.
    Leider kann ich meine eigenen Demütigungen nicht ablegen. Ich habe das Gefühl, mich an jede Kritik meiner Eltern und anderer Autoritäten zu erinnern. Ich selbst bin mein schlimmster Kritiker. Jeder Fehler, der mir unterlaufen ist, egal ob beruflich oder privat, lastet unendlich schwer auf meiner Seele. Ich kann mir manche Fehler einfach nicht verzeihen… 🥺

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Mandy, fühl dich erstmal liebevoll von mir umarmt. Ich kann so gut nachfühlen, wie es dir geht. Auch wenn es sich momentan noch schwer und kaum lösbar anfühlen mag, ein Lösen von dem Destruktiven ist möglich. Vielleicht magst du erstmal damit beginnen, deinen Gefühlen Raum zu geben. Was genau, kommt alles hoch? Schreibe es ruhig auf und erlaube es dir, deine Gefühle zu fühlen. Das ist Annahme, Hingabe an dich selbst und so öffnest du dein Feld, dass diese Emotionen aus deinem System herausfließen dürfen. Herzensgrüße Yvonne

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