Tagesimpuls 21.08.2019

bench-chair-dock-288583 2Gerade für die Menschen, die wir so sehr lieben fühlen wir uns doch auf eine gewisse Art und Weise verantwortlich. Wir wollen, dass es ihnen gut geht, dass sie ein Leben in Leichtigkeit und frei von Leid leben können, ja vielleicht ist sogar der Wunsch dahinter, sie mögen es einmal besser haben als wir.
Insbesondere Eltern trifft es hier doch intensiver, auch oder gerade dann, wenn die Kinder erwachsen sind.
Doch ist es wirklich gut oder gar zum Wohle aller Beteiligten, wenn wir unseren erwachsenen Kindern alles abnehmen, sie stets weiter vor jeglichen Gefahren schützen wollen und sie sogar aus hausgemachten Dummheiten herausholen, da wir uns so verantwortlich fühlen?
Für wen machen wir das? Für uns oder für unsere Kinder?
Nun hier mögen sicherlich viele lauthals rufen, dass sie
dieses aus Liebe und Fürsorge für ihre Angehörigen tun. Nur ist es das wirklich? Ist es tatsächlich die Liebe, die dafür sorgt, dass wir uns selber aufopfern, manchmal sogar verraten oder mit in den hausgemachten Sumpf unseres Nachwuchses versinken?
Ist es wahrhaftige Fürsorge, die uns dazu veranlasst, uns auch um die Belange unserer erwachsenen Nachkommen kümmern zu wollen?
Ist es nicht viel mehr unser eigenes Schuldgefühl, unsere mangelnde Selbstliebe und gefühlte Wertlosigkeit, die uns dazu treibt, das geliebte Kind aus dem eigens verantworteten Morast zu ziehen, bevor es überhaupt bemerkt, dass es am Ertrinken ist?
Den größten Liebesdienst, die bestmöglichste Fürsorge ist tatsächlich das vertrauensvolle Loslassen unserer Kinder, auch bzw. gerade dann, wenn sie wirklich Fallen.
Wir schenken diesen damit viel mehr, als wir es uns vorstellen können.
Wir selber lernen durch unsere schmerzhaften Erfahrungen, wieso also wollen wir diesen Lernprozess unseren Kindern vorenthalten?
Ja es tut weh, mit anzusehen, wie das eigene Fleisch und Blut in seine schmerzhafte Lernerfahrung fällt.
Ja es schmerzt, sehr sogar, wenn wir wissenden Auges sehen, wie sich der Nachwuchs immer tiefer und tiefer in seine eigenen Verstrickungen verfängt.
Doch genau das darf und muss sein, nur so lernen sie eigenverantwortlich auf eigenen Beinen zu stehen.
Wir als Eltern können und dürfen liebevoll begleitend da sein, zum Wohle aller Beteiligten – insbesondere auch zum eigenen Wohle. Ein Dasein mit offenem Herzen, wachen Verstand und tiefem Vertrauen ins Leben. Wir zeigen die Wege auf, die sie gehen können – aber nicht müssen. Ob unsere erwachsenen Kinder unseren Rat befolgen oder nicht, obliegt bei ihnen. Hier dürfen wir uns nicht einmischen. Das was durchweg bleiben sollte, ist die Liebe zu unseren Kindern – unabhängig ihrer Auslebungen.

 

 

Bildquelle: pexels.com
Text: Yvonne Fitzner

P.S.: Meine Impulse dürfen gerne mit Hinweis auf Website und Urheber bitte vollständig und ungekürzt geteilt und weitergeleitet werden.

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