Selbstliebe – fast perfekt ;-)

woman-1897165_1920

Es war das sanfte Kitzeln der Morgensonne, die mich zärtlich wach küsste.
Lauthals gähnend schlurfte ich noch im Halbschlaf ins Bad. Wie jeden Morgen, die übliche Routine, duschen, anziehen, Kinder wecken, frühstücken.
Und wie jeden Morgen sezierte ich in gewohnter Manier meinen Körper. Hier zu viel, da zu wenig und dort könnte es auch etwas straffer sein… während ich mich auf diese unliebsame Weise zerfleischte und mir sehnlichst meinen Körper in den 20ern herbei wünschte, fiel mir auf, dass ich eigentlich mein ganzes Leben unzufrieden mit meiner Hülle war. Jetzt mit 41 würde ich alles für meinen Körper mit Mitte 20 geben (naja.. fast alles) und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit 60 Jahren meinen jetzigen Körperzustand herbeisehnen werde… was also hält mich davon ab, mich im Hier und Jetzt vollkommen anzunehmen? Mich an meinem jetzigen Körper zu erfreuen?
Ich liebe meine inneren Anteile, meine negativen wie positiven Seiten. Fühle mich mit mir vollkommen wohl, nur meine Hülle… die wird noch in alter Weise, die nach Optimierung schreit und einem wahnwitzigen Perfektionismus unterworfen ist, abgelehnt. Der Moment der Erkenntnis, ist für mich die Stunde,
mich nicht nur in meinem Inneren in meiner Ganzheit anzunehmen und zu lieben, es wird Zeit, nun auch die äußere Schale einzubeziehen. Was für eine hohle Farce ist es, von vollkommener Selbstliebe zu säuseln, wenn das äußere Erscheinungsbild noch im alten Muster des Widerstandes verweilt. Vielleicht bewahrheitet sich hier auch der Prozess der Heilung, der sich stets von innen nach außen vollzieht. Wahrscheinlich ist es jetzt erst möglich, nachdem sich eine innere Befriedung, ein liebevolles Ankommen in mir selbst entwickelt hat, mit der eigenen Haut, meinem Körper einen ehrlichen Frieden zu machen. Und so stehe ich mit diesen vielen Gedankengängen unter der Dusche, schaue an mir runter, werfe zum ersten Mal einen bewussten, wahrhaftigen liebevollen Blick auf mein Leib.
Ich bin, wie ich bin
Ich darf sein, die ich bin
Ich liebe mich im Innen, wie im Außen.
Das ist Entspannung pur, sich aus dem Konzept der perfektionierten Optimierung zu entlassen.

Und so wünsche ich dir von Herzen, sofern du hiermit in Resonanz gehst, dass auch du deinen Körper, dein heiliges Gefäß mit jeder Faser deines Seins zu lieben beginnst.

 

Text: Yvonne Fitzner

Bildquelle: http://www.pixabay.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s