Archiv für den Monat April 2019

Nur in meinem Kopf

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Nur in meinem Kopf
ist die Vergangenheit in all ihren Farben
und Nuancen lebendig.
Nur in meinem Kopf
gibt es die Bilder der Zukunft,
erdachte Tendenzen,
Dramen und die Höhenflüge
kreierter Gedankenfelder.
Nur in meinem begrenzten Kopf
lebt das gesamte Schauspiel
der Illusion.
Und nur in meinem Kopf
zeigt sich die Trennung
in Form von Schmerz,
Hoffnungslosigkeit, Leid und Pein.
Ist es doch die Spaltung von meinem
wahren Sein, das sich stets im Leisen und
Warmen der Stille meines Herzens zeigt.

Text: Yvonne Fitzner

Bildquelle: http://www.pixabay.de

 

Das Geschenk der Heilung

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Die Zeit der tiefgreifenden Heilung ist das größte Geschenk,
das wir uns machen können. Im Mitfließen dieser gefühlt vernichtenden Welle, im hingebungsvollen Annehmen des flehenden Urschmerzes ist eine Transformation möglich, die uns im wahrsten Sinne umhauen kann, wenn wir uns strikt gegen das Kommende weigern.
Was für eine Gnade und was für einen Mut, den wir beweisen, wenn wir uns freiwillig in die dunklen Tiefen unseres Seins stürzen.
Wer jetzt noch stur in der alten Starre verweilt und jegliche Bewegung vermeidet, wird von genau jener Welle unsanft und hart mitgerissen.
Nimm tatsächlich das Bild einer herannahenden riesigen Welle.
Da gibt es den einen, der sich mit der Welle bewegt, mutig ihr entgegenläuft, sich in diese hineinfallen und sich so sanft von ihr tragen lässt. Und so gibt es den anderen, der widerspenstig und unerbittlich mit geballter Faust stehend auf diese wartet, bis sie mit voller Wucht auf ihn zu rollt und niederreißt.
Widerstand ist in diesem Fall zwecklos, im Grunde genommen sogar destruktiv.
Nichts ist kostbarer, erstrebenswerter und lohnender, als die einzigartige wahre Natur unserer Essenz leben zu dürfen, die sich hinter all den Verstrickungen, Mustern und Konditionierungen verbirgt. Genau das möchte und kann endlich in Lösung gehen, wenn wir bereit sind, uns genau jener sich anbahnenden Welle  hinzugeben.

 

Text: Yvonne Fitzner

Bildquelle: http://www.pexels.com

Liebe schenkt Raum

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Bildquelle: pixabay

 

Mit einer zärtlichen Vehemenz flüster der Spatz im Kirschbaum seiner Angetrauten leise Liebesschwüre zu. Während er gekonnt mit seinem Gefieder spielte, um sie ganz für sich zu gewinnen, blieb die Spatzdame  in stoischer Gelassenheit und in einer beneidenswerten Ruhe fast unberührt neben dem verliebten Vogel in angemessenem Abstand sitzen. Man könnte meinen, dass sie für keinerlei Liebesschwüre zu begeistern sei…ihre vermeintliche Ignoranz ließ dieses durchaus vermuten. Schaut man genauer hin und lässt sich mit offenem Herzen auf das Geschehnis ein, so zeigt sich ganz leise und versteckt, dass die erstmals sichtliche Gleichgültigkeit der Vogeldame, lediglich ein liebevolles Halten des Raumes für ihren Spatzherren war. Sie schenkte ihm in ihrer völligen Präsenz und dem reinen Gewahrsein sein Feld, in dem er seine Liebe, sein momentanes Empfinden frei und unbefangen zeigen durfte – keinerlei Erwartungshaltung, kein Ergebnisorientiertes Wollen, das was in dem Moment wirklich zählte, war der Ausdruck vom Hier und Jetzt, das sich ungestört in der Liebe zeigen wollte.   Gedankenversunken und innerlich gefesselt von dem Schauspiel, dass sich vor meinen Augen zeigte, wurde ich tief in mir berührt. Ist es nicht genau das, worum es im Leben geht? Da gibt es einen, der sich in seinem Sein zeigen möchte, unberührt und ungestört und dann gibt es den anderen, der dieses dem einen ermöglicht. Er hält liebevoll den Raum. Still, gelassen und in Liebe – ohne Wollen. Und während dieses im Fluss des Seins geschieht, passiert ganz unweigerlich, dass sich der eine und der andere ganz zaghaft und fast unverhofft im gemeinsamen Raum der Liebe treffen. Einfach so…ohne viel Zutun geschieht die heilige Einheit. Mein Herz erfüllt sich mit tiefer Dankbarkeit. Danke, Leben! Danke euch, Spatzen! Ist es doch stets die Natur, die uns liebevoll die Wahrhaftigkeit lehrt.

 

Und es bricht….

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Und es bricht…es bricht auf,
die tief in dir verborgenen, alten Strukturen,
jenseits deines Verstandeseinflusses, ausserhalb deiner Kontrolle.
Weglaufen, entziehen, rauswinden, jegliche Form der Abkürzung
ist dir entzogen wurden.
Was für ein Segen, was für eine wunderbare Zeit – mitten im Chaos
mitten in der gefühlten Vernichtung.
Ein Teil von dir stirbst! Endlich! Es ist der Teil, der dich all die Jahre hat glauben lassen, dass du alleine bist. Jene Struktur, die dich immer wieder und wieder in das Leid hineingezogen hat. Sie verliert jeglichen Halt, die Kontrolle und die Macht über dich.
Und genau in diesem unaufhaltsamen Sturm wirst du dich wahrhaft finden – jene Essenz, die du wirklich bist. Im Schmerz der so wichtigen Veränderung verliert sich alles Destruktive, während sich gleichsam das Neue zeigt. Sei dir gewiss, dass es nur eine Phase, ein entscheidender und dringend nötiger Prozess ist, der deiner Befreiung dient. Je bereitwilliger du dich Diesem hingibst, je mehr du dich ins Vertrauen fallen lässt und geschehen lässt was ist, desto sanfter kommst du durch.

Bildquelle: pixabay

Text: Yvonne Fitzner